Jeder Geocacher kennt das; beim Auslegen eines neuen Caches wird nach dem Erstellen des Listings um Angabe der Attribute gebeten.
Und da taucht es plötzlich auf, das Rollstuhlfahrer-Attribut! Wie, was soll das denn, mit dem Rollstuhl kann man doch nicht gescheit Cachen gehen. So oft die Reaktion, die man zu hören bekommt, wenn man mal das Thema anspricht.
Aber warum eigentlich nicht? Stadtcaches liegen zumeist in geteertem Terrain und sollten deshalb doch vielleicht auch darauf hin überprüft werden, ob sie nicht auch von einem Rollstuhl aus gemacht werden können. “Ja aber wie soll ich das denn ausprobieren, ich habe gerade keinen Rollstuhl zur Verfügung?”
Nun ja, einfach mal sich auf die Höhe begeben, die man hat, wenn man auf einem Stuhl sitzt, dann hat man sc
hon mal eine Vorstellung davon, wie hoch ein Cache für das Attribut “Rollstuhlgerecht” versteckt sein darf.
Aber es stimmt schon, wir “Fußgänger” können uns das schwer vorstellen; deshalb habe ich auf dem letzten (5.) Heidelberger Geocacher-Stammtisch am 15.Mai 2010 Alexander alias Rodorm interviewt, der als geocachender Rollstuhlfahrer natürlich Tipps aus erster Hand geben konnte.
Tja, für alle, die nichts von dem Stammtisch mitbekommen haben; ja es war sehr kurzfristig angesetzt – Danke an dieser Stelle nochmal an MissUndercover – aber ich hatte es nicht geschafft, in Kassel die 500 voll zu machen auf dem 10Jahres Event und so organisierte ich den schon längst fälligen 5. Heidelberger Stammtisch – diesmal mal wieder im Tal!
Danach ging es auf einen eindeutig rollstuhlgerechten auch nachts zu machenden kleinen Tradi in der Nähe, der die einzigen noch “im Amt befindlichen” Gaslaternen Heidelbergs zeigt; jetzt lebe ich schon seit fast 4 Jahrzehnten in dieser Stadt und hatte keine Ahnung von diesen!
- Das MUD Unitopia
- Die “Parallel-Welt Second Life, von uns fälschlicherweise als Second World genannt
- Die Site Handycaching Accessible Geocaching
Kleine QuickTipps für’s Rollstuhlsymbol
Höhe des Caches kann durch die Einnahme der Sitzposition abgeschätzt werden
Bei der Tiefe des Caches sollte bei Bodennähe beachtet werden, dass die Tarnung auch ein Hindernis sein kann! (zu schwerer Stein, Klappe anheben etc.)
Auch beim Verstecken in Wandlöchern etc. darauf achten, ob man quasi um die Ecke von hinten an den Cache kommt oder gerade rein.
Auch der Weg zum Cache sollte beachtet werden; wenn es zuvor Treppen geht und diese der einzige Zugang zur Cachelocation ist, dann kann der Cache noch so Rollifreundlich sein, sollte also fairerweise genant sein. Ein Rollstuhlfahrer kann dann entscheide, ob der den angehen will z.B. in Begleitung.
Auch Gras in normaler Rasenhöhe kann durchaus überquert werden, wenn die Strecke nicht zu lang ist.
Also vielleicht im Listing – in eigenem Absatz – Hinweise für Rollstuhlfahrer angeben.
Fazit
Viele Caches sind durchaus rollstuhltauglich, also lieber mal das Attribut setzen und eventuell erweiterte Hinweise geben oder bei einem 1/1 Cache, der nicht rollstuhltauglich ist, das “nicht rollstuhltauglich” Attribut setzen, damit der Cache nicht angegangen ist.
In diesem Sinne
Happy Caching!
PS: CoDuck hat dankenswerterweise seinen Cache Gaslicht schon mit einem Hinweis für das barrierefreie Cachen versehen; so einfach kann das aussehen: 
25. Mai 2010 at 11:51
Ich höre gerade den Cast, dankeschön.
Ein paar Dinge fallen mir noch ein:
- Drauf achten, daß ggf. nötige öffentliche Verkehrsmittel und die nächste(n) Haltestelle(n) barrierefrei sind, wobei ersteres nicht automatisch letzteres bedeutet (z.B. Niederflur-Straßenbahn, aber nicht entsprechend hochgebaute Haltestelle, sondern Haltestelle fahrbahnmittig).
- Nicht nur hohes Gras, sondern auch Sand kann ein Problem sein. Die (früheren? — war lange nicht mehr dort) Panzerwege im Käfertaler Wald (Mannheim) wären z.B. keine so gute Idee.
- Hinweise sind auch sinnvoll, wo es zwar Fahrstühle gibt, diese aber oft kaputt sind. Rodorm und ich haben da in Berlin so ein paar Erfahrungen …
Gruß, Atari-Frosch und happy caching
25. Mai 2010 at 12:52
Ahoi zusammen,
nachdem wir uns ja auf dem 500sten kennengelernt haben, habe ich mich gefreut das es mit dem Cache geklappt hat. Nach dem Hören des Pods habe ich jedenfalls die cache-Beschreibungen um die Wertung von http://www.handicaching.com/ ergänzt.
Gruß
CoDuck
25. Mai 2010 at 13:57
Cool, danke für die schnelle Reaktion!
Habe es gleich im Beitrag vermerkt als Beispiel, wie einfach eigentlich so ein Hinweis aussehen kann.
25. Mai 2010 at 20:10
[...] dazu bei struwwelpod.wordpress.com [...]
28. Mai 2010 at 05:46
Dein Podcast hat mir die Wartezeit bei einer Behörde verkürzt, danke dafür an Dich und Rodorm. Aber mal eine Frage am Rande: Was ist das für ein komisches Hintergrundgezische? Liegt das an Deinem mp3-Kompressor, der mit heißer Luft arbeitet?
28. Mai 2010 at 08:34
Nein, wir waren im Wal; es müssten also die Atemgeräusche desselbigen sein;-))
Ist die Hintergrundmusik und Geräuschkulisse der Kaffeautomaten der Kneipe, wo wir waren. Hatte überlegt es rauszufiltern, aber dann wären auch Teile des Gesprächs weg gewesen.
PS: Mein Gerät nimmt direkt als mp3 auf, daher kann ich Dir über Kompressoren etc. leider nichts sagen.