Juli 2008


SteinbrecherDa der Büroalltag heute mal wieder nicht viel Bewegung geboten hatte und ich am Vortag den Sport ausfallen lassen musste, stand fest: heute muss etwas getan werden. Also rein in den Wald und …… hängengeblieben! Von wegen schnell losmarschieren und die Stationen abhaken. Kommt doch da ein wunderbarer Lost Place zum Vorschein; von dem ich zwar wusste, dass er als Location existiert, aber angenommen hatte, dass da längst jegliche menschliche Spur abgebaut worden wäre! Die Rede ist vom alten Steinbruch in Dossenheim und den Überresten derLost Place - Steinbruch Bahnförderanlage etc. Da juckt es selbst eine Stadtpflanze wie mich, Zäune zu überklettern und auf verbotenen Wegen zu wandeln…

Leider war ein Wachmuggel Cachemobil?unterwegs (tarnte sein Auto als Cachemobil, siehe Bild) und so blieb ich brav auf der anderen Seite des Zaunes und machte nur ein paar sehnsuchtsvolle Bilder in die Wildnis hinein… Aber wie zupferte es mich! Es tut es immer noch; weiss nur nicht, ob das an den vielen Schnakenstichen liegt, die ich auf der weiteren Cachetour davongetragen habe.Lost Place - Steinbruch

Phantastische Dinge verbergen sich da im Wald, wo man sich fragt, wozu das wohl in früheren Zeiten diente? Verbogene Loren auf verwunschenen Lichtungen; geheimnisvolle Bahngleise auf fragilen Eisenbrücken vereinigen sich in luftiger Höhe. Rechts ab des Weges lugt das Dach einer im Hang verborgenen Hütte heraus; kein Zutritt erlaubt; was sich da hinter der Tür verbergen mag?
Lost Place - Steinbruch Dermassen fasziniert von diesen Dingen vergass ich etwas die Zeit und musste mich dann an einer Abzweigung entscheiden; erst den einen Cache oder den anderen fertig machen?
Hätte ich den ersten, dessen erste Stationen ich auf dem Weg schon gelöst hatte, noch 1 Station weitergemacht, dann hätte ich mir (eventuell, denn bei den Koords bin ich mir garnicht sicher) wahrscheinlich beide Caches holen können. So entschied ich mich „nur“ für „The Rock“ und lief und lief und lief. Statt mich dem Ziel zu nähern entfernte ich mich erstmal! Aber so ist das eben mit dem Etrex; entweder es benötigt freie Himmelssicht (was meines jetzt schon lange nicht mehr wollte) oder es entscheidet sich sehr spät für eine Richtung!
Aber was für eine schöne Gegend! Zwar ist der Blick auf Dossenheim und das Rheintal inzwischen zugewachsen; aber wann kann man schon einmal durch Eichenwälder laufen; gleich darauf gefolgt von Buchenhainen und dann wieder Mischwald, durchzogen von Felsbrocken, die im abendlichen Sonnenschein, der zwischen den Bäumen durchschimmert, die verschiedenstent Phantasieformen annehmen?
Dann endlich war es geschafft, das GPS zeigte geradewegs in das Unterholz rechts unterhalb des Weges und es begann ein langer und gefährlicher Abstieg. Wenn man mit Turnschuhen und dem entsprechenen Gewicht ausgestattet ist, kann das schnell in eine Rutschpartie ausarten. Aber die Mönchsbehausung – sprich Einsiedelei – hier mitten im Wald war schon beeindruckend!

Wieder eine schöne Cachetour gewesen, bei der ich Unerwartetes finden konnte und noch ein weiteres Mal kommen werde; da wartet ja noch ein Cache…

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Da merkt man mal wieder, dass wir in einer Universitätsstadt cachen: pünktlich zum Jahr der Mathematik erscheinen in kurzem Abstand zwei Caches, die sich das Fach Mathematik auf die Fahne geschrieben haben. Und da ich es nicht mag, im Wald noch grosse Berechnungen mit Taschenrechner etc. anzustellen, irgendwie schaffe ich es immer mich ins totale Abseits zu rechen; habe ich mich an den Mystery rangewagt.

poster_im_IWRWer sagt, dass man sich in Graphenwäldern nicht auch verirren kann? Vorallem, wenn man auf der Suche nach dem aufspannenden Baum den Eulerschen Pfad verlässt! Dreimal bin ich im Hamiltonkreis gelaufen, bis ich das kürzeste längste erkundet hatte und glücklich zu einer (vom Owner höchstpersönlich während einer Mathenachhilfestunde) verifizierten Koordinate kam.

So kann Mathematik ja richtig Spass machen! Hätte nie gedacht, dass ich mich nochmal sooo in eine mir völlig fremde und ferne Materie einarbeiten könnte; man sieht: Cachen bildet.

Fiel mir doch beim Suchen nach neu zu findenen Caches dieser Logeintrag ins Auge:

Ein sehr interessanter Park. Die Ketscher hier sind sehr freundlich und meine Tarnung umso schlechter. Ich glaube der nächste Versuch findet nachts um 4 statt.An der Stelle möchte ich ein paar Leute grüssen:
Die 4 Jugendlichen mit dem Sixpack: „He guck mal wieder so ein Schatzsucher.“
Das alte Ehepaar mit dem Hund: „Erna der hat auch so ein Satellitending.“
Die fünf netten Geocacher aus Bremen: „Bleiben Sie ruhig im Gebüsch sitzen, wir suchen hier nur was.“
Die zwei Kinder die eifrig nach Kaulquappen stocherten: “ Sucht ihr auch Frösche?“
Und zuguterletzt die zwei Herren mit dem Hund: „Sind Sie auch ein Cätscha oder wie das heisst.“

 Bisher bin ich nur selten beim Loggen erwischt worden; einmal von anderen Cachern, einmal von einem Jäger; aber da war ich zum Glück noch 10 Meter vom Cache entfernt und ansonsten konnte ich mich immer mit „Geographisches Institut der Uni oder Denkmalsuche für Geschichtsverein oder so rausreden.

Aber ich habe mir inzwischen auch so ein paar Standardausreden – begründungen zurecht gelegt, damit ich nicht plötzlich sprachlos vor Muggels stehe.

aber sooo klein dann auch wieder nicht! Oder was soll ich davon halten, wenn mich mein TomTom auf der Suche nach einem Drive In-Cache immer schmälere Waldwege leitet und zum Schluß vor einem steilen, unbefestigten Waldweg mit höchsten 1 Meter BreiDa langte sagt, dass ich in diesen einbiegen solle und dann in 150 „Sie haben ihren Bestimmungsort erreicht“ ankündigt?

Also ich zog es vor, mein kleines Cachemobil am Waldesrand abzustellen, einen Waypoint zu setzten (sicher ist sicher, wenn Frau ins Gelände geht) und den Rest zu Fuss zu absolvieren. Das war auch gut so, denn den Weg wäre ich niemals hochgekommen!

Schanzenkopf - Detail Oben angekommen erwartete mich dann eine wundervoll plan geteerte Strasse, die 100 Meter weiter meinen kleinen Waldweg gekreuzt hätte! Mist, und ich hechel mir hier eins ab, um diesen Berg hochzukommen!im Wald

Doch schnell war dieser Frust verflogen, als ich die Schönnheiten des Schoonwaldes entdeckte und den Cache auch problemlos aufspüren konnte.

So ein Fernmeldeturm mitten im Wald hat schon was, leider wurde es langsam dämmrig und die Fotos sind nicht so toll geworden, oben ist eines von den oberen Details des Turms.Cachemobil

Der Rückweg war ausgesprochen angenehm, mein GPS wies mir brav den Weg zu meinem Auto zurück und ich war dann doch froh, als ich es zwischen den Bäumen hindurch erspähen konnte!

EbernburgHatte ich nicht letztens erzählt, dass meine Mitfahrer nach Bad Münster am Stein – Ebernburg alle ausfielen? Nun, so konnte ich die Fahrt mit ein paar hübschen Caches ausfüllen; sowohl auf der Hin- wie auch auf der Rückfahrt.

Dabei noch zwei TB-Hotels entdeckt; wieder eine fantastische Versteckvariation von 4ZimmerK und dann zu spät in BMaS-E angekommen; tja, irgendwie mein Schicksal, dass ich für die Caches immer länger brauche als geplant.

Danach Aufstieg auf die Ebernburg mit Muggelgruppe; zwei zeigten leichtes Interesse und waren ganz gespannt, als ich ihnen einen Live-Cache-Such-Event auf der Burg in Aussicht stellte.

Nun, nach einer ausgiebigen Pause auf der Burg machten wir uns dann auf den Rückweg; die kleine Cachergruppe spaltete sich ab und machte sich auf die Suche, die erste Station war von unserer Gastcacherin Anelie gleich entdeckt und als wier wieder am Ausgangspunkt waren; war Brunnen der Rest der Gruppe verschwunden. Gut, umso mehr Zeit für uns, das Final aufzusuchen. Tja, und da mein Etrex sich eigentlich immer zu spät bei verwzeigenden Wegen für den richtigen entscheidet, haben wir eine kleine Rundwanderung gemacht! Hatten dafür aber auch sensationelle Ausblicke auf das Nahetal.

Und am Final war es wieder Anelie, die mit zielsicherem Blick einmal zugriff und die Dose in der Hand hielt. (Sie will jetzt mal in ihrem Heimatort schauen, wo da Caches zum Suchen liegen; ich glaube ich habe sie angesteckt).

Dann aber schnell ab ins Tal, wer weiss wo die anderen sind? Die werden doch wenigstens am Bahnhof warten, oder? Aber natürlich wurden wir im Ort mit grossem Hallo begrüsst, man sass noch eine Weile im Café, erzählte Verständnis vortäuschenden Muggles von dem Spass, den wir auf dem Berg bei Suchen hatten.
Lore
Dann trennten sich die Wege wieder, ich stieg in mein Cachemobil und erkundete die Gegend auf der Suche nach weiteren Caches. Doch dazu später mehr.

Insgesamt ein sehr erfolgreicher Betriebsausflug!

ist für einige meiner Abteilung kein Anreiz mitzufahren; der Termin liegt ja in der Freizeit.

So reduzierte sich meine Mitfahrerschaft im Auto plötzlich auf Null. Was mir natürlich jetzt die Gelegenheit gibt, etwas früher loszufahren und noch ein paar Caches zu erlegen. Habe mal die Funktion „Caches along a route“ ausprobiert und jetzt heisst es Notizbüchlein gezückt und Koordinaten aufgepinselt. Denn wenn ich unterwegs Caching-Bundlemitpict0232.JPG Muggels bin ist es immer unpraktisch, stapelweise Papier mitzuschleppen. Da reicht ein kleines unauffälliges Notizbuch und der knappe Satz: „Ich guck da drüben grad mal was, komme nach; braucht nicht auf mich zu warten…“ und schon ist ein weiterer Tradi mein – hoffentlich!

So ungefähr habe ich mir das für morgen vorgestellt.

oder wie struwwelchen im Sommer den Adventskalender „abarbeitet.“

Das Schöne am Cachen ist ja die Zeitlosigkeit! Hatte mich gestern dazu entschlossen, nun endlich mal einen benachbarten Cache zu machen und dann erst registriert, dass er ja eigentlich in den Dezember gehört. Aber warum nicht im Sommer schon mal an die Weihnachtszeit denken? Da wird der Stress mit dem Geschenkekauf auch nicht mehr so schlimm!

Die Wegführung war wirklich schön, am Rande konnte man so einiges entdeckenbald reif

Und auf dem Weg zum Final schlug die Zeitlosigkeit im Wald noch ein zweites Mal zu: plötzlich war es später als gedacht und ich musste mich auf dem Rückweg ganz schön beeilen, um noch rechtzeitig zurück zu kommen; allein fürchtet Blick nach Handschuhsheimsich auch ein struwwelchen im Wald.

Aber wenn man so durch die Natur wandert als Cacher, fallen einem immer wieder neue Dinge auf, an denen ich sonst achtlos vorübergegangen wäre. Doch jetzt; da eine knorrige Wurzel, die Ähnlichkeit mit einem Tier hat; da ein besonders geformter Felsblock; ist der von Natur so oder wurde der bearbeitet. Hier steht ein alter Grenzstein im Wald, was sind denn das für Zeichen und so weiter … Meist steht dann nach so einem Cache wie diesem hier noch das Studium der heimischen Stadt/landgeschichtsliteratur auf dem Plan, will ich doch immer wissen, wo ich genau war; was da früher war etc. Und das macht für mich den Reiz guter Caches aus, man kann noch „für danach“ etwas mitnehmen.