SteinbrecherDa der Büroalltag heute mal wieder nicht viel Bewegung geboten hatte und ich am Vortag den Sport ausfallen lassen musste, stand fest: heute muss etwas getan werden. Also rein in den Wald und …… hängengeblieben! Von wegen schnell losmarschieren und die Stationen abhaken. Kommt doch da ein wunderbarer Lost Place zum Vorschein; von dem ich zwar wusste, dass er als Location existiert, aber angenommen hatte, dass da längst jegliche menschliche Spur abgebaut worden wäre! Die Rede ist vom alten Steinbruch in Dossenheim und den Überresten derLost Place - Steinbruch Bahnförderanlage etc. Da juckt es selbst eine Stadtpflanze wie mich, Zäune zu überklettern und auf verbotenen Wegen zu wandeln…

Leider war ein Wachmuggel Cachemobil?unterwegs (tarnte sein Auto als Cachemobil, siehe Bild) und so blieb ich brav auf der anderen Seite des Zaunes und machte nur ein paar sehnsuchtsvolle Bilder in die Wildnis hinein… Aber wie zupferte es mich! Es tut es immer noch; weiss nur nicht, ob das an den vielen Schnakenstichen liegt, die ich auf der weiteren Cachetour davongetragen habe.Lost Place - Steinbruch

Phantastische Dinge verbergen sich da im Wald, wo man sich fragt, wozu das wohl in früheren Zeiten diente? Verbogene Loren auf verwunschenen Lichtungen; geheimnisvolle Bahngleise auf fragilen Eisenbrücken vereinigen sich in luftiger Höhe. Rechts ab des Weges lugt das Dach einer im Hang verborgenen Hütte heraus; kein Zutritt erlaubt; was sich da hinter der Tür verbergen mag?
Lost Place - Steinbruch Dermassen fasziniert von diesen Dingen vergass ich etwas die Zeit und musste mich dann an einer Abzweigung entscheiden; erst den einen Cache oder den anderen fertig machen?
Hätte ich den ersten, dessen erste Stationen ich auf dem Weg schon gelöst hatte, noch 1 Station weitergemacht, dann hätte ich mir (eventuell, denn bei den Koords bin ich mir garnicht sicher) wahrscheinlich beide Caches holen können. So entschied ich mich „nur“ für „The Rock“ und lief und lief und lief. Statt mich dem Ziel zu nähern entfernte ich mich erstmal! Aber so ist das eben mit dem Etrex; entweder es benötigt freie Himmelssicht (was meines jetzt schon lange nicht mehr wollte) oder es entscheidet sich sehr spät für eine Richtung!
Aber was für eine schöne Gegend! Zwar ist der Blick auf Dossenheim und das Rheintal inzwischen zugewachsen; aber wann kann man schon einmal durch Eichenwälder laufen; gleich darauf gefolgt von Buchenhainen und dann wieder Mischwald, durchzogen von Felsbrocken, die im abendlichen Sonnenschein, der zwischen den Bäumen durchschimmert, die verschiedenstent Phantasieformen annehmen?
Dann endlich war es geschafft, das GPS zeigte geradewegs in das Unterholz rechts unterhalb des Weges und es begann ein langer und gefährlicher Abstieg. Wenn man mit Turnschuhen und dem entsprechenen Gewicht ausgestattet ist, kann das schnell in eine Rutschpartie ausarten. Aber die Mönchsbehausung – sprich Einsiedelei – hier mitten im Wald war schon beeindruckend!

Wieder eine schöne Cachetour gewesen, bei der ich Unerwartetes finden konnte und noch ein weiteres Mal kommen werde; da wartet ja noch ein Cache…