Tja, es hätte so schön werden können!
Vorige Woche traf ich auf meiner Tour durch den Heidelberger Stadtwald; ich war gerade PICT6466auf Erkundungstour für einen neuen Cache; einen Nordic Walker mit Hund, dessen Auto ich gerade als Ablage für mein GPS und Notizbuch benützt hatte. „Ach Sie machen Geocaching? Das will ich auch schon lange machen, habe mich aber noch nicht hineingearbeitet; das ist ja interessant“  
So ungefähr seine Reaktion und nachdem wir unsere Internet-Identitäten ausgetauscht hatten, trennten sich unsere Wege.
Am nächsten Tag dann schon getwittert und als „TrinkGernRiesling“ dann seine Unentschlossenheit über das 1. Mai-Feiertagsprogramm twitterte, war die Gelegenheit günstig: ich schlug eine gemeinsame Cachetour zum noch unentdeckten „Hermanns-Cache“ oberhalb von Schriessheim vor.
Gesagt, getan, um 11:00 Uhr waren wir am Parkplatz; kein mir bekanntes Cachemobil vor Ort; sollte es etwa doch zu einem FTF reichen?
Die Wegfindung war gelegentlich durch kurze Übungszeiten – wie programmiere ich ein Garmin 60 cx – unterbrochen; mit so was Modernem kenne ich mich nicht ausHerrmanns-Cache 003;-))
Bei der ersten Station, die wir durch eine kurze Querfeldein-Einlage erreichten, wurden wir von 2 anderen Cachergruppen eingeholt und zogen dann mit den „Die Grottenolme“ zusammen weiter.

Gemeinsam wurde gerätselt, gezählt, an die Stirne geschlagen und gewandert. Achja, zur Erheiterung aller trug „Bantu“ bei, der Hofhund von Thomas, dem „Noch Muggle“. Bantu schleppte immer wieder die größten Stöckchen aus dem Wald an, egal, ob es diejenigen waren, die wir geworfen hatten!
Herrmanns-Cache 021Viel gab es über den Bergbau in der Schriessheimer Gemarkung zu entdecken, hübsch verpackt in die Geschichte von Hermann, den Bärenjäger und so gingen die Kilometer dahin; nicht umsonst hatte der Owner geschrieben, dass die Runde 8 km plus X lang wäre.
Dieses X hatten wir uns eingehandelt, weil wir bei einer Station nicht in das Erdinnere vorgedrungen waren; aber Absperrung und Naturschutz hielten uns davon ab. So errechnteten wir die gefragten Buchstaben durch aberwitzige Theorien aus dem Hinweisschild und landeten prompt im Abseits.
Was also tun? Das GPS half hier nicht weiter; wohl aber die Wanderkarte, die uns einen Hinweis im Namen der nächsten Station mit einem realen Punkt verband. Also auf die „alte Technik“ vertraut und voilá, die nächste Station war gefunden! Auf dem Weg dorthin begegnete uns das erste Team, das am Anfang so schnell verschwunden war; es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein!
Endlich, endlich kam eine Verpflegungsstation in Sicht, so dass die schon murrenden Füße und knurrenden Mägen eine kurze Erholungspause gegönnt bekamen; die SucheHerrmanns-Cache 023 nach dem nächsten Hinweis gestaltete sich etwas schwierig; erst war die Location von spielenden Kindern belegt – was bei einem Spielplatz ja üblich ist – dann stand uns unsere eigene „Flatterhaftigkeit“ im Weg, bis der dritte, der an der Stelle suchte, dann das richtige Equipment zum Einsatz brachte.

Auf dem weg dorthin begegnete uns wiederum das erste Team, unsere Gratulationen zum Fund waren wiederum verfrüht, noch war das Final nicht erreicht!
Aber wenigstens ging es jetzt abwärts und unsere zurückerrechntete Zahl, die wir Herrmanns-Cache 029wegen der Höhlenverweigerung nicht gefunden hatten, erwies sich als einigermassen richtig, wenigstens gelangten wir an die nächste Station, nicht ohne vorher noch an einer  Ziegenherde vorbei zu kommen, die mitten im Wald ihr Domizil hatte.

Endlich, nach gefühlten 3 Tagen Fußmarsch – in Wirklichkeit waren wir gerade mal 4 Stunden unterwegs – erreichten wir die Endstation; aber der Hint brachte uns zur Verzweiflung! „Rechts der fünften findet Ihr es“, so lautet der Text im Listing; kein Hint, nichts, was einem (oder 8) auf die Sprünge helfen würde. Nach etwa 1 Stunde vergeblichen Grübelns und Suchens gaben wir auf; erschöpft, müde und etwas enttäuscht zogen wir von dannen und diskutierten die ganze Fahrt über, wo etwas hätte noch sein können oder was wir falsch verstanden haben könnten?

Egal, TrinkGernRiesling war begeistert; hat inzwischen auch seinen ersten Cache gefunden; das Nichtfinden hat also trotzdem die Faszination des Geocachings nicht geschmälert!

Und nun ratet mal, wer den FTF gemacht hat; nein, nicht das Team, das uns überholt hatte, sondern ein in Heidelberger Kreisen bekanntes nagetier; mein persönlicher Telefonjoker! Und ich De… habe nicht angerufen, weil am Morgen der Cache noch als „jungfräulich“ im Internet stand!
Sonst kann ich nämlich immer darauf gehen, dass Mausebiber den Cache schon gefunden hat und meist den entscheidenden Hinweis liefern kann.

Als kleinen Vorgeschmack hier das Höhenprofil gpsAltDiagramunserer Tour; diesen Cache kann man übrigens sehr gut mit dem Earthcache „Spatschlucht“ und dem Multi „Bergbau im weiten Tal“ verbinden, das allerdings setzt dann doch eine sehr gute Kondition voraus!