Fronleichnam, L…….kongress in Mainz und ich bin der Chauffeur! Kein Problem, dass sich die Reisegruppe plötzlich wegen Krankheit verminderte; ich kann mich inzwischen in jeder Stadt sehr gut allein vergnügen.
Gleich bei der Einfahrt entlang des Rheins empfängt den werten Besucher ein großes gepflanztes Mainz 05 Emblem; da ist doch für einen Exil-Mainz-Fan wie mich die Welt gleich wieder ein Stückchen sympathischer!

Die Caches ruhen gut abgeschrieben bzw ausgedruckt im Koffer, das Hotel ist in Sichtweite – doch was ist das? Obwohl das Radio ausgeschaltet ist, schallt Posaunenklang und Kirchengesang an mein Ohr. Hab ich Halluzinationen? Und wieso ist hier bitte die Strasse gesperrt, 150 Meter vor dem Hotel?

Ach so, der Papst weilt mal grade wieder in Mainz!!? Was, nix davon mitgekriegt; stimmt ja auch nicht, ist „nur“ die Fronleichnamsprozession von der Liebfrauenkirche zum Dom, aber so viele rot und weiß und was noch alles gewandete kirchliche Würdenträger ließen doch zumindest den Kardinal unter den Prozessoren (oder Prozessierenden?) vermuten.

Naja, das Navi rechnete mal kurz einen neuen Weg aus und wir ließen uns so lange von dem herüberwehenden Weihrauchduft betören.

Nach dem Einchecken verließ mich mein Fahrgast Richtung Rheingoldhalle und ich prüfte im Hotelzimmer die zur Verfügung stehenden freien WLANs.

Nix, Null Komma Null, um es ganz genau auszudrücken. Auch im näheren Umkreis nichts aufzuspüren, keine Universität, keine Stadtbücherei, in der Altstadt zwei Internet-Cafés, die aber natürlich nicht kostenlos waren.
Und im Hotel? Das H….. bot natürlich einen WLAN-Anschluss an, aber für 60 Minuten 10 Euro oder wahlweise für 24 Stunden 17 Euronen der schweizerischen Telefongesellschaft spenden? Wobei sich mir ja die Frage stellte, wieso eine amerikanische Hotelkette das WLAN eines schweizerischen Telefonanbieters nutzt. Globale Welt.

Also gut, Mainz gehört in grossen Teilen wohl noch zu den Städten, die keine freien Wlan-Hotspots anbieten; ich hätte ja zur Not auch noch einen Kaffee getrunken, um dann grenzenlos frei surfen zu können.

Nichts mit Twittern (nein, mein Basis-Hand kann das nicht), mal schnell witzige Fotos hochladen oder gar unterwegs loggen.
Die Infrastruktur des WLANs einer Stadt wird irgendwann auch noch ein Faktor sein, der über den Zuzug oder Wegzug der jungen Bevölkerung mit entscheidend ist.
Eine Stadt, die mir Wlan-Zugang bietet, entweder kostenlos oder zu einem vernünftigen Preis, ist für mich natürlich attraktiver als eine Stadt, wo ich mit meinem Laptop nirgends online eine Heimat finde.

Aber sonst finde ich Mainz ganz schön!

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